Wolfgang Bender war schon während seines Studiums Bühnenmusiker an der Berliner Schaubühne bei der legendären Theater-Produktion unter der Regie von Peter Stein mit Tschechows „Die drei Schwestern“. Das Stück hatte Gastspiele in Wien, Paris, Edinburgh und Moskau (1989 und 1990). Es folgte die Mitwirkung bei Tschechows „Kirschgarten“ (Stein) und in Sacha Guitrys Stück „Der Illusionist“ unter der Regie von Luc Bondy. Bei diesem Stück konnte er eine Fähigkeit einbringen, die er schon als Kind am Klavier fast täglich ausübte: die Improvisation. Zu Klavierakkorden des Theaterkomponisten vom Zuspielband improvisierte er die Zwischenmusiken auf einer „Stroh“ – Bratsche, einem seltenen Trichterinstrument.
Auch am Schiller Theater, bei Goldonis „Diener zweier Herren“, ergänzte er die festgelegte Theatermusik mit improvisierter Musik.Nach einem Engagement am Schlosspark Theater erhielt er 2007 eine Anfrage des Staatstheaters Cottbus: Im Stück „Die Leiden des jungen Werther“ kommentierte eine einzelne Violine direkt auf der Bühne in längeren Abschnitten das Geschehen. Die Musik wurde vollständig von Bender komponiert.
Heute ist er im Atze Musiktheater Berlin im Theaterstück „Bach“ ein Mitglied der Barockkapelle und spielt als Ernst August von Hannover die Uraufführung von Bachs E- Dur Violinkonzert.
Lesungen
Partner der Schauspielerin und Regisseurin Blanche Kommerell
Kurz nach dem Studium bekam er von B. Kommerell die Anfrage, in ihrem Zwei-Personen-Theaterstück mitzuwirken. Er sollte in der Bühnenfassung des Romans „Malina“ von Ingeborg Bachmann als „Alter Ego“, als Gegenpart, Kommentator, Begleiter oder gar Störer mit der Geige auftreten.Er komponierte die musikalischen Themen zu den Figuren und den Schlüssel-Inhalten des Romans und kommentierte mit Improvisationen. Das Theaterstück blieb zwei Jahre im Spielplan des Maxim Gorki Theaters und er beschloss mit diesem Engagement, in Zukunft als freischaffender Musiker zu arbeiten.
In den folgenden 30 Jahren ist er Partner von B. Kommerell bei einer Vielzahl von Theaterabenden und Lesungen (z. T. auch szenisch) mit Autoren wie A. von Droste Hülshoff, G. Trakl, P. Celan, Christa Wolf, A. Achmatowa, M. Zwetajewa, G. Kolmar, R. Varnhagen, S. Beckett, Marie- Luise Kaschnitz, M. Kaleko und vielen weiteren.
Gespielt wurde im Team Theater München, im Wallgraben Theater Freiburg; gelesen wurde im Literaturhaus Berlin, Mendelssohn Galerie Berlin, auf Schloß Elmau, in Sils Maria (Schweiz), Wien, Salzburg, Köln, Hamburg, Münster, Witten/Herdecke, Ahrenshoop, Worpswede, usw.
Neben der Verwendung einiger weniger Werke der klassischen und romantischen Literatur vertonte W. Bender selbst viele Gedichte und schuf Musik zu Texten nach der Auswahl von Frau Kommerell. Die jahrzehntelange Zusammenarbeit schafft bei den Lesungen eine besondere Atmosphäre – beim Publikum spürbar, wie den Künstlern oft nach den Abenden bescheinigt wird.